Einige Zelttypen können wir verschiedenen Zeiträumen und Regionen zuordnen. Dies ist nur als Empfehlung zu betrachten. Je nachdem wie authentisch Deine Darstellung ist und wie wichtig Dir eine belegbare Verwendung ist, kannst Du die Zelte auch außerhalb dieser Epochen verwenden. Einige frühe Formen wird es wohl auch später noch gegeben haben, allerdings fehlt dafür der entsprechende Nachweis. Und falls Du ein Mittelalterzelt im LARP verwenden möchtest, spielen höchstwahrscheinlich sowieso andere Merkmale eine Rolle. Aber dazu kommen wir noch.
Das Keilzelt, auch A-Zelt (vom englischen A-Frame-Tent) oder Wedge Tent genannt, gab es bereits vor dem Mittelalter und gilt als eine der Urformen. Es besteht aus einer Plane, die über einen Querbalken gelegt wird. Ist einmal kein Balken zur Hand, kann beispielsweise ein Seil zwischen zwei Bäume gespannt werden. Das ist in etwa die einfachste Zeltkonstruktion, die es gibt.
Ab dem Frühmittelalter – um genau zu sein im Siedlungsgebiet der Wikinger – wurden die Planen allerdings über einen Zeltrahmen, bestehend aus neun Brettern, gespannt. Als Nachweise gelten zwei Funde, die in der Nähe von Schiffsgräbern geborgen werden konnten – jeweils in den norwegischen Gebieten Oseberg und Gokstad. Die Schiffsgräber sowie die Zelte sind auf das 9. Jahrhundert datiert, allerdings wurden nur die Rahmenteile gefunden, nicht aber die Plane. Es wird davon ausgegangen, dass die Wikinger ihre Segel bei Bedarf als Zeltplanen verwendeten.
Die Konstruktion des Osebergzeltes hat viele Vorteile: Es lässt sich gut transportieren und relativ leicht aufbauen. Es steht durch den Rahmen sehr sicher und hält auch mal das ein oder andere Unwetter aus. Da es nicht unbedingt auf Heringe angewiesen ist, kannst Du es auch zum Lagern auf hartem Untergrund verwenden. Überdies lassen sich die Holzbalken prima mit Schnitzereien verzieren. Solche Schnitzereien wiesen übrigens auch die originalen Gokstad- und Osebergzelte auf. Bei diesen waren die sich oben überkreuzenden Seitenmasten mit geschnitzten Tierköpfen verziert.
Das Osebergzelt ist demnach eine gute Wahl, wenn Du eine Darstellung der Wikingerzeit anstrebst. Es ist zwar gut möglich, dass es weitere Wikingerzelte gegeben hat, aber leider gibt es darüber zum heutigen Stand keine Informationen. Teilweise wird sogar spekuliert, dass es bei den Wikingern gar keine frei stehenden Zelte gegeben haben soll. Dies wird damit begründet, dass sie entweder sesshaft waren und in festen Behausungen lebten, oder aber mit einem Schiff unterwegs waren und auf diesem nächtigten. Nahmen sie feindliches Territorium dauerhaft ein, nutzten sie die frisch okkupierten Behausungen.
Das A-Frame-Zelt kann auch mittels zweier senkrechten Pfosten ohne Firststange errichtet werden, das mit Seilen an den Giebelseiten stabilisiert wird, wo sich auch der Eingang befindet. Für eine solche Konstruktion gibt es unseres Wissens keine eindeutigen Nachweise. Am ehesten trifft es noch eine Darstellung im griechischen Manuskript History of Byzantium von John Scylitzes aus dem 12./13. Jahrhundert (Fol.151).
Ebenfalls als frühmittelalterlich gilt das klassische Sachsenzelt. Wie der Name schon vermuten lässt, wird es dem altsächsischen Siedlungsgebiet zugeordnet und eignet sich daher weniger für eine Wikinger-Darstellung, wenn man es genau nimmt.
Von Sachsenzelten gibt es keine archäologischen Funde, allerdings Darstellungen. Die frühesten Abbildungen befinden sich auf einigen Tuschezeichnungen des Utrecht-Psalters, einem karolingischen Meisterwerk der Buchkunst aus dem 9. Jahrhundert. Im Anglo-Catalan Psalter (2r) sind weitere Darstellungen des Sachsenzeltes zu sehen und zwar in dem Teil, der um 1200 entstand. Dies lässt darauf schließen, dass das Sachsenzelt mindestens bis ins Hochmittelalter Verwendung fand. Wir kommen aber nicht umhin zu erwähnen, dass dieser Zelttyp in hochmittelalterlichen Illustrationen eine Ausnahme bildet.
Das Sachsenzelt hat viele weitere Namen, die alle mehr oder weniger synonym verwendet werden. Wenn Du Dich mit Sachsenzelten auseinandersetzt, wird Dir unweigerlich der Begriff „Geteld“ begegnen, wobei geteld beziehungsweise teld lediglich der altenglische Begriff für „Zelt“ ist. Sachsenzelte lassen sich sehr gut an ihrer markanten Firststange erkennen, was ihnen den Namen Firststangenzelt einbrachte. Und ihrer Form verdanken sie zudem den Namen Doppelglockenzelt.
Historisch gesehen war die Zeltöffnung im Frühmittelalter an der schmalen Seite, der Apsis, wenn man sich auf die ikonografischen Darstellungen begrenzt. Eine Öffnung zur breiten Seite finden wir erstmals auf Zeichnungen des 12. Jahrhunderts, um genau zu sein im bereits erwähnten ersten Teil des Anglo-Catalan Psalter. Sachsenzelt-Repliken haben den Eingang allerdings oftmals an der breiten Seite. Dies ermöglicht eine vielseitige Verwendung des Zeltes, zum Beispiel als Verkaufsstand oder zur Demonstration eines Handwerks. Die Öffnung zur breiten Seite hat zudem den Vorteil, dass die Zeltwand bei der Öffnung des Zeltes zum Vordach wird. Alternativ kann sie aber auch einfach nach oben eingerollt werden.
Eine interessante Variante des Sachsenzeltes ist in der Enzyklopädie des Rabanus Maurus aus dem Jahre 1023 abgebildet. Zu sehen sind zwei Männer, die ein Firststangenzelt aufbauen, bei dem sich die beiden Zeltpfosten außerhalb der Zeltplane befinden.
Einmaster, auch Einstangen-Zelte genannt, sind ebenfalls im Utrecht-Psalter abgebildet und somit mindestens ab dem Frühmittelalter in Verwendung. Auch auf zahlreichen später datierten Darstellungen lassen sich Einmaster erkennen, beispielsweise im Alexander-Roman (MS. Bodl. 264 fol. 83v, 13. Jahrhundert) oder der Historienbibel aus der Werkstatt von Diebold Lauber, Bd. 1: Altes Testament (VadSlg Ms. 343c, fol. 117v, 15. Jahrhundert).
Wird eine rechteckige Plane verwendet, dann entsteht ein asymmetrisches Zelt. Es ist jedoch auch möglich, durch Zurechtschneiden der Plane, einen symmetrischen Grundriss zu erhalten. Einmaster gibt es sowohl in Kegel- als auch in Pyramidenform.
Mittelalterzelte mit nur einem Mast sind äußerst praktikabel. Sie lassen sich gut transportieren und sind leicht aufzubauen. Ist der Einmaster ein Kegelzelt, dann hat er gute Chancen auch den stärksten Sturm zu überstehen, denn runde Zelte bieten dem Wind durch ihre Aerodynamik wenig Angriffsfläche.
Seitenwand Zelte werden auch Hauszelt, wall tent oder Truppenzelt genannt. Die Form gleicht der eines typischen Hauses mit 4 Wänden und einem Dach. Wall tents waren vor allem bei den Römern sehr beliebt, wurden aber darüber hinaus bis weit ins Mittelalter verwendet, wie einige Darstellungen bezeugen. Allerdings traten sie – verdrängt durch eher pavillonförmige Zelttypen – deutlich in den Hintergrund.
Seitenwand-Zelte wurden überwiegend als Truppenzelt oder als Lazarett eingesetzt. Sie sind in dieser Funktion selten verziert, denn sie erfüllen lediglich den Zweck, so viele Soldaten wie möglich unterzubringen. Dadurch, dass es keine Schrägen gibt, können auch am Rand noch ganz bequem Schlafplätze eingerichtet werden.
Durch ihren geräumigen Innenraum und das schlichte Design eignet sich diese Zeltart sehr gut für LARP-Cons. Mit wenigen Handgriffen lässt es sich im Handumdrehen an die Darstellung anpassen, egal ob es sich um Fantasy-, History- oder Endzeit-LARP handelt.
Ab dem Hochmittelalter gibt es vermehrt Zelte, die mithilfe mehrerer Masten getragen werden. Sie sind häufig mit einer Schabracke verziert und durch mehre Spannseile gesichert. Hohe Seitenwände sorgen für genügend Standhöhe, sodass auch hochgewachsene Recken bequem aufrecht stehen können. Beispielhafte Darstellungen finden sich in der Illustration zum Willehalm, Codex Vindobonensis (um 1320), in der Deutschen Bibel AT (Gen. – Eccli.) Schwaben (vor 1473) und im Luzerner Schilling (1478-83). Allerdings ist auf den Darstellungen oft nicht ganz eindeutig zu erkennen, ob es sich um ein rundes oder ein vieleckiges Zelt handelt, geschweige denn, wie viele Masten es besitzt.
Um über das Mittelalterzelt hinaus überdachte Flächen zu haben, empfiehlt es sich, das Lager durch ein Sonnensegel zu ergänzen. Darunter kann beispielsweise ein großzügiger Essbereich eingerichtet oder ein Handwerk gezeigt werden. Auch die obligatorische Traube an Schaulustigen findet bequem Platz, ohne den Darstellern bei aufkommendem Regen zu nah auf die Pelle zu rücken. Lagerplanen werden auch gern verwendet, um den freien Raum zwischen zwei Zelten zu überdachen. So kann man auch bei Schmuddelwetter trockenen Fußes von Zelt zu Zelt gelangen.
Lagerplanen sind sowohl quadratisch als auch rechteckig erhältlich. In der Regel weisen sie zur Befestigung Schlaufen auf. Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie und wo ein Sonnensegel angebracht werden kann. Beispielweise kannst Du es mittels Seilen zwischen Bäumen anbringen, es freistehend an Pfosten befestigen oder als Vordach an den Masten Deines Mittelalterzelts anbringen. Es besteht sogar die Möglichkeit, ein Keilzelt aus Deiner Lagerplane zu formen: Entweder Du legst sie über ein gespanntes Seil oder Du stellst zwei Masten auf. Die Seiten werden dann jeweils mit Heringen am Boden fixiert.
Hast Du vor Dir ein Mittelalterzelt zu kaufen, dann stehst Du vor einer größeren Anschaffung. Ein Zelt ist zum einen Dreh- und Angelpunkt beim Lagern, zum anderen auch nicht ganz günstig. Deshalb sollte es gut gewählt sein und allen Anforderungen Deines Lagers gerecht werden. Wenn Du Dir folgende Fragen beantwortest, hast Du schon eine solide Grundlage, in welche Richtung es gehen soll.
Welchen historischen Anspruch hast Du?
Möchtest Du eine bestimmte Epoche darstellen und soll es möglichst authentisch sein? Oder brauchst Du es für ein Lager außerhalb eines historischen Kontextes, zum Beispiel einer LARP-Con? Hier entscheidet sich womöglich schon, was für eine Art von Zelt Du benötigst, etwa einen Einmaster oder ein sächsisches Händlerzelt.
Was für eine Person stellst Du dar?
Ungeachtet dessen, ob es sich um eine Fantasy-Darstellung oder Reenactment handelt: Dein Zelt muss zu Deiner Darstellung passen. Ein Knappe besitzt kein großes Prunkzelt und eine Elfe wird kein plumpes Truppenzelt bewohnen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und Du kannst an Deinem Zelt noch viel modden, um es Deiner Darstellung anzupassen. Aber oft macht es Sinn, so etwas vorher im Hinterkopf zu haben.
Auf der anderen Seite kann es passieren, dass Du im LARP einen neuen Charakter bespielst, weil Dein letzter starb, oder dass Du im Living History die Epoche wechseln möchtest. Wenn Du vorher schon weißt, dass Dein Zelt möglichst viele Situationen abdecken muss, dann wähle eine möglichst klassische Form, zum Beispiel den simplen Einmaster. Der deckt zumindest zeitlich einen großen Bereich ab und kann auch im LARP mit ein wenig Dekoration für verschiedene Genres herhalten.
Wir groß soll Dein Zelt sein?
Das kommt ganz darauf an, was Du damit vorhast. Soll es ein Schlafplatz sein, dann stellt sich die Frage wie viele Personen inklusive Gepäck und Gerümpel darin Platz finden sollen.
Benötigst Du hingegen ein Zelt, um Deine Waren feilzubieten oder Dein Handwerk vorzuführen? Dann brauchst Du nicht nur Platz für Dich und Deine Waren bzw. Dein Handwerk, sondern auch für Publikum. Hier bieten sich offene Zelte an, bei denen die Eingangsplane als Vordach genutzt werden kann.
Oder bist Du auf der Suche nach einem Vorratszelt? Das sollte eher klein ausfallen, denn der Platz beim Lagern ist begrenzt.
Bitte vergiss nicht, dass einige Zelttypen durch Spannseile mehr Platz beanspruchen als der reine Grundriss. Dieser Raum kann zwar oft gut genutzt werden, aber falls Du Dich auf ein Lager bewirbst, bei dem die Zelte recht eng stehen, könnte das Probleme geben. Dem kannst Du vorbeugen, indem Du die Maße Deines Zeltes mit Bespannung vorher ermittelst und dem Veranstalter mitteilst.
Um ein Zelt optimal zu pflegen, sollte man zuerst ein paar Dinge über das verwendete Material wissen. Mittelalterzelte von Battle-Merchant bestehen aus Baumwolle, die mittels Köperbindung sehr fest gewebt ist. Der Vorteil ist, dass die Poren bei trockenen Wetterverhältnissen Luft in das Zeltinnere gelangen lassen. Das ist wichtig, um einen Hitzestau zu vermeiden. Kommt es nun zu Nässe, quellen die Baumwollfäden auf und die Poren schließen sich. Es klingt zwar paradox, aber der natürliche Stoff wird in der Folge erst durch Wasser wasserdicht. Verstärkend ist der Stoff gegen Nässe und Schimmel imprägniert, um ihn noch widerstandsfähiger zu machen.
Das Bespannen der Zelte
Bei Baumwolle handelt es sich also um ein Naturprodukt. Dieses hat die Eigenschaft, dass es sich je nach Wetterverhältnissen verändern kann. Dass sich die Zeltplane verzieht, möchte man aber tunlichst vermeiden, denn es sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch dazu führen, dass die ganze Zeltkonstruktion irgendwann instabil wird und Nässe hereinlässt. Daher ist es wichtig, dass das Zelt bei Regen nicht zu stark gespannt wird. Ist es wieder trocken, kannst Du die Seile wieder fester ziehen.
Der Aufbau
Wichtig beim Aufbau ist, dass das Spannseil – sofern vorhanden – immer in einer Linie zum Dach verläuft. Das ist nicht immer ganz einfach, da der Platz zum Lagern bisweilen begrenzt ist. Am besten Du besprichst im Vorfeld mit dem Veranstalter wie viel Platz Du für den Aufbau des Zeltes benötigst. Außerdem sollte sich der Hering in einer Flucht zur Ecke oder Schlaufe befinden.
Nach dem Abbau
Im Optimalfall ist Dein Zelt beim Abbau trocken. Ein nasses Zelt zu verpacken ist zwar nicht schön, aber leider manchmal unvermeidbar. Wichtig ist dann aber, dass Du es binnen 24 Stunden – länger dauert die Heimreise meist nicht – wieder auspackst und zum Trocknen ausbreitest. Ansonsten riskierst Du einen Pilzbefall, der zwar behandelt werden kann, das Gewebe allerdings dann meist schon angegriffen hat. Hast Du Dein Zelt abgebaut, solltest Du die Zeltplane unbedingt getrennt von den Stangen und den Heringen verpacken, damit sie nicht beschädigt wird.
Ist Dein Zelt trocken, kannst Du es auch längere Zeit einlagern. Achte bitte darauf, dass der Lagerort möglichst trocken ist. Schon etwas feuchte Kellerräume können dem Zelt schaden. Willst Du ganz sicher gehen, kannst Du Dein Zelt zusätzlich in ein paar Leinendecken hüllen. Sowohl Kunststoffteile als auch Zeltleinen solltest Du separat von der Plane aufbewahren, da sie sich negativ auf die Imprägnierung auswirken können. Zeltteile aus Stahl wie etwa Gestänge oder Heringe solltest Du vor einer längeren Lagerung einfetten.
Reinigen des Zeltes
Dass ein Zelt nicht für immer wie neu aussieht, ist normal und im Grunde auch gewollt, denn das verleiht ihm Patina. Manche Verunreinigungen sollten allerdings entfernt werden, zum Beispiel Vogelkot. Dieser ist recht aggressiv und kann das Gewebe angreifen.
Hat Dein Zelt also eine Verunreinigung, die Du entfernen willst, solltest Du versuchen, den Dreck mit einer trockenen Bürste vorsichtig abzureiben. Hartnäckigere Flecken kannst Du mit einem feuchten Lappen abwischen. Bitte verwende keine aggressiven Mittel, denn das schadet der Imprägnierung und unter Umständen auch dem Textil selbst.
Als Mittelalter bezeichnen Historiker die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit. Es begann etwa 500 nach Christus mit dem Ende des römischen Reichs und endete ca. 1000 Jahre später im 16. Jahrhundert. Das Mittelalter lässt sich in drei Epochen einteilen. Das Frühmittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter.
Frühmittelalter
Die Epoche des Frühmittelalters dauerte vom 6. bis zum 11. Jahrhundert. Die Forschung betrachtet die Völkerwanderung als Bindeglied zwischen der Spätantike und der Neuzeit. Der Übergang von der Spätantike im 6. Jahrhundert war jedoch fließend. Einige der Verwaltungsstrukturen aus dieser Zeit hielten noch einige Jahrzehnte länger. Antike Kulturelemente wurden im Oströmischen Reich auch später noch gepflegt. Auch die Wikingerzeit war im frühen Mittelalter. Wikinger waren kriegerische Seefahrer aus nordischen Völkern. Sie stellten allerdings nur einen kleinen Teil der skandinavischen Bevölkerung dar. Es waren junge Männer, die aus Gründen wie Ruhm und Reichtum in der Ferne nach Abenteuer suchten.
Im frühen Mittelalter wanderten christliche Missionare aus Rom und Irland durch die Länder und verbreiteten ihren Glauben. Als Folge vermischte sich der Glaube an die christlichen mit dem Glauben an die germanischen Götter, bis dieser letztendlich ausstarb. Einiger Könige konvertierten mitsamt ihres kompletten Reichs zum Christentum über. Der ehemals byzantinisch kontrollierte Raum wurde von Arabern besetzt und diese verbreiteten die Lehre des Islam. Im Osten eroberten sie Persien und drangen bis nach Zentralasien vor. Das Römische Reich teilte sich in ein christliches und ein islamisches Gebiet auf.
Das wichtigste Reich dieser Zeit war das Frankenreich mit seinem König Chlodwig der Erste. Sein späterer Nachfolger ist bekannt als Karl der Große. Als Folge seines Todes zerfiel das Reich der Franken und spaltete sich auf. Im Westen entstand das heutige Frankreich. Die Osthälfte wurde zum Ostfrankreich. Freie Menschen stellten eine Minderheit dar. Sie besaßen Land oder hatten sich welches vom Herrscher geliehen. Die Mehrheit der Menschen war unfrei und gehörte dem Adel.
Hochmittelalter
Das Mittelalter hatte seine Hochzeit in etwa zwischen dem 11. bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Der katholisch-christliche Glaube hatte inzwischen ganz Europa erobert und das Oberhaupt war der Papst in Rom. Infolge eines wirtschaftlichen Aufschwungs wuchs die Bevölkerung stark an. Es wurde immer mehr Handel getrieben und die Handwerkskunst stetig verbessert. Die Menschen strebten nach Wohlstand und Geld wurde immer wichtiger. Sogar die ersten Banken entstanden zu dieser Zeit in Italien.
Auch die Bildung erlebte ihre Hochzeit. Es entstanden die ersten Dom- und Klosterschulen. Sogar erste Universitäten wurden gegründet. Die Menschen studierten im Wesentlichen drei Studienrichtungen. Die Theologie, die Lehre über Gott und den katholischen Glauben. Medizin, die Lehre über das Heilen von Krankheiten und das Recht, die Lehre von den Gesetzen und der Gerechtigkeit. Auch die Kunst entwickelt sich weiter. Maler fingen an, Dinge aus der Natur zu malen und nicht mehr nur Bilder nach der Bibel. Die Architektur war mit seinen typischen Rundbögen vom Baustil der Romantik geprägt.
Die bekannten Kreuzzüge fanden in der Zeit des Hochmittelalters statt. Heere von Rittern zogen nach Jerusalem, um die heilige Stadt von Muslimen zu befreien. Des Weiteren schritt auch die Technologie immer weiter voran. Wind- und Wassermühlen wurden erfunden, um Getreide zu mahlen und Öl zu pressen. Das Spinnrad, Webstühle und Schubkarren erleichterten den Menschen das Leben. Sogar Uhren wurden entwickelt und die explosive Kraft des Schwarzpulvers entdeckt.
Spätmittelalter
Das späte Mittelalter dauerte von der Mitte des 13. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Nach der hochmittelalterlichen Warmzeit kühlte sich das Klima wieder ab. Dadurch fielen die Ernten kleiner aus und dies hatte Hungersnöte zur Folge. Außerdem raffte die Pest im 14. Jahrhundert die Hälfte der Bevölkerung dahin. Der bekannte Hundertjährige Krieg zwischen England und Spanien brach aus. Dazu kommt, dass sich der Islam über Spanien und Portugal ausbreitete.
Auch die Technologie machte im späten Mittelalter immer größere Fortschritte und ermöglichte den Menschen Wohlstand und ein angenehmeres Leben. Wichtige Erfindungen wie die Brille oder die Papiermühle stammen aus dieser Epoche. Durch den Buchdruck breitete sich Wissen aus und machte die Reformation möglich. Seefahrern gelang es, Indien auf dem Seeweg zu erreichen. Dies kurbelte den Handel an. Die Menschen profitierten stark von diesen Errungenschaften und die Banken gewannen immer mehr an Einfluss.
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